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21.11.2008
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DSGVO auf animeMANGA

Man hat sicher schon davon gehört. Bei DSGVO handelt es sich um die Datenschutz-Grundverordnung der EU, die am 25. Mai in Kraft tritt.

Aus unserer Sicht; nun eigentlich hätte der Datenschutz auf europäischer Ebene schon länger geregelt werden müssen und mehr Datenschutz ist letztlich immer wünschenswert (wird aus der Wirtschaft zurückgehalten). Für die animeMANGA ergibt sich keine wesentliche Problematik, als dass Datenschutz und IT-Sicherheit schon immer höchste Priorität besass.

Entsprechend der Regelung werden aber ein paar Dinge geändert werden.

1.)

Dies betrifft in erster Linie Con, Cosplay und Personenfotos.

Nach Art 2 Abs. 1 gilt DSGVO für alle personenbezogenen Daten auf einem Dateisystem. Ein Dateisystem nach Art 4 Nr. 6 Dateisystem definiert sich als jede jede strukturierte Sammlung personenbezogener Daten, die nach bestimmten Kriterien zugänglich sind, unabhängig davon, ob diese Sammlung zentral, dezentral oder nach funktionalen oder geografischen Gesichtspunkten geordnet geführt wird.

Die Darstellung dieser Fotos auf der Webseite qualifiziert nach unserer Einschätzung demnach als Dateisystem. Nach Art 6 DSGVO benötigt es einer Einwilligung diese Daten im Rahmen einer Datenverarbeitung (worunter praktisch alles fällt).

Das Problem mit Fotos liegt hier im Detail. Eine Person auf einem Foto fällt unter personenbezogene Daten (so definiert). Lädt ein Dritter ein Foto einer Person hoch, bedarf es folglich immer noch der Einwilligung der fotografierten Person. Sind mehrere Personen auf den Foto, dann von jeder Person. Es wird unterstrichen, dass die Interessen oder Grundrechte und Grundfreiheiten der betroffenen Person, die den Schutz personenbezogener Daten erfordern, überwiegen, insbesondere dann, wenn es sich bei der betroffenen Person um ein Kind handelt. In der vorliegenden Version umfasst dies alle Personen unter 16 Jahren. Folglich benötigt es in diesem Fall sogar die Erlaubnis eines Erziehungsberechtigten.

Es wird dann gerne argumentiert aktuell, dass KUG nach § 22 oder § 23 Anwendung findet. Es handelt sich dabei um Ausnahmeregeln unter z.B. den Aspekt der Kunstfreiheit. Diese Ansicht dürfte aber nun mit DSGVO wegfallen oder wenn überhaupt (nach Art 6 DSGVO) "ganz anders" auszulegen sein, als dass genannter Schutz personenbezogener Daten überwiegen (relativ unmissverständlich). DSGVO ist zwar kein "uneingeschränktes Recht", aber nicht fraglich sehr limitierend.

Aus diesem Grund werden wir genannte Fotos in der bisherigen Form herausnehmen.

2.)

Grundsätzlich werden wir schauen, ob eine weitere Minimierung von personenbezogenen Daten möglich ist.

Update vom 16.5:

Wir haben uns entschlossen Vor- und Nachnamen nicht mehr zu verarbeiten, da es sich dabei unweigerlich um personenbezogene Daten handelt und selbst wenn eine Erlaubnis vorliegt, vorliegend nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich eine Person unter 16 Jahren anmeldet.

Nach Art. 6 DSGVO ergibt sich diese Verarbeitung weder die notwendige Erfüllung eines Vertrags oder als rechtliche Verpflichtung.

Update vom 18.5:

In der weiteren Betrachtung sind alle personenbezogenen Daten, die eine Identifizierung ermöglichen herausgefallen. Wir geben nur noch optional das Geschlecht an. Dazu werden E-Mail und Geburtsdatum aus rechtlich, berechtigten Gründen und Vorschriften gespeichert. Die E-Mail dient dem Opt-In, dass auch unabhängig vom Alter einer Person zu sehen ist. Wir sehen dies als Voraussetzung für eine datenschutzrechtliche Einwilligungserklärung im minimalen Nachweis. Die Überlegung besteht jedoch darin, diese Speicherung auf die Verjährungsfristen nach UWG anzupassen. Das Geburtsdatum dient der Verifikation des Alters und ist auch im Rahmen der Jugendschutzbetrachtung notwendig.

Die Änderung führen dazu, dass kein Rückschluss auf eine Person direkt oder indirekt mehr möglich ist.

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